NO MAN IS AN ISLAND (2018) - England, Polen, Deutschland

Der Abschlussbericht über das Ausstellungsprojekt NO MAN IS AN ISLAND und sein kulturelles Rahmenprogramm kann hier heruntergeladen werden.

General-Anzeiger 16. April 2018

Schaufenster 11. April 2018

 

 

 

Einladung

NO MAN IS AN ISLAND

Künstler aus England – Polen – Deutschland

Vernissage: Sonntag, 08. April 2018, 11:00 Uhr
Dauer der Ausstellung: 08.-29. April 2018

Künstlerforum Bonn, Hochstadenring 22-24, 53119 Bonn
Tel. 0228-9695309, www.kuenstlerforum-bonn.de
Öffnungszeiten: Di-Fr: 15-18, Sa: 14-17, So: 11-17 Uhr

Schirmherr:
Armin Laschet, Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen

Künstlerinnen und Künstler:
Frances Aviva Blane, GB - David Connearn, GB - Anthony DiPaola, D - Tinka von Hasselbach, D -
Natalia Janus-Malewska, PL - Thomas Kohl, D - Arkadiusz Marcinkowski, PL - Peter Matthews, GB -
Maciej Osmycki, PL - Peter Pohl, D - Susan Stockwell, GB - Tomasz Wendland, PL

Kuratorin: Dr. Uta Friederike Miksche, Bonn; Co-Kuratorin: Marianne Horling, Bonn

Sonntag, 08. April 2018, 11:00: Vernissage

Begrüßung: Susanne Grube, Künstlerforum; Dr. Ludwig Dinkloh, ArtDialog e.V.
Grußworte: Klaus Kaiser, Parlamentarischer Staatssekretär im Ministerium für Kultur und Wissenschaft, Peter Matthews, Künstler, GB, Tomasz Wendland, Künstler, PL
Einführung in die Ausstellung: Dr. Uta Friederike Miksche
Musikalische Umrahmung: MultiKultiChor Bonn

Donnerstag, 12. April 2018, 19:00: Länderabend Großbritannien

Der britische Generalkonsul Rafe Courage spricht über aktuelle Fragen der Politiik und Gesellschaft in Großbritannien.
Eine Veranstaltung des Colloquium Humanum als Kooperationspartner.
Eintritt frei. Anmeldung erforderlich unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Freitag, 27. April 2018, 19:30:  Performance „No Man is an Island“

Tanztheater TheatronToKosmo unter der Leitung von Katharina Otte-Varolgil mit Schülerinnen des Kardinal-Frings-Gymnasiums, betreut von Larissa Pauly, Sportlehrerin.
Einführung: Michael Mertes mit Texten des englischen Dichters John Donne.
Eintritt frei / Spenden erbeten

Kooperationspartner:
Colloquium Humanum, Galerie Patrick Heide Contemporary Art (London), Kardinal-Frings-Gymnasium Bonn, MultiKultiChor Bonn, Polnisches Institut Düsseldorf, TheatronToKosmo

Förderer:
Allianz Kulturstiftung, Bundesstadt Bonn, LVR-Landschaftsverband Rheinland, RheinEnergie Stiftung Kultur, Stiftungs Kunst der Sparkasse in Bonn

Grußwort

Parlamentarischer Staatssekretär Klaus Kaiser

im Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen

anlässlich der

Vernissage von „NO MAN IS AN ISLAND

8. April 2018, Bonn

Es gilt das gesprochene Wort.

Anrede,

zunächst darf ich Ihnen die herzlichen Grüße von Herrn Ministerpräsidenten Armin Laschet übermitteln, der gerne die Schirmherrschaft über die Ausstellung "No man is an island" übernommen hat, aus terminlichen Gründen aber nicht an der heutigen Vernissage teilnehmen kann. Ich freue mich, dass ich an seiner Stelle heute hier sein darf und ein Grußwort halten kann.

"No man is an Island", der Titel dieser Ausstellung rekurriert auf ein Sprichwort oder Epigramm der Kulturgeschichte. Der Engländer John Donne (1572-1631, ein Adliger, Schriftsteller und Geistlicher prägte es im Jahr 1624 in seiner religiösen Schrift "Devotions upon emergent occasions" Es sollte bedeuten, dass kein Mensch und kein Land ohne den Austausch mit anderen, ohne die Befruchtung durch Fremdes existieren kann. Wir Menschen sind keine autarke Insel, die sich selbst genügt und die mit den vorhandenen Ressourcen auskommen muss.

Wenn ein anderer Mensch stirbt, stirbt auch ein Teil von mir, denn ich bin Teil der gesamten Menschheit, das war die Lebensweisheit des Christen John Donne, die aber auch von anderen Religionen, speziell dem Buddhismus geteilt wird.

Die Idee der "Einen Welt" wurde in der Sphäre der Kunst und der Kultur schon immer praktiziert. Über die Jahrhunderte hinweg lebten die Künste und die Künstler vom internationalen Austausch, von der Auseinandersetzung mit historischen Vorbildern aus der Kunstgeschichte früherer Völker und durch den zeitgenössischen Kulturaustausch zwischen allen Kontinenten.

Deshalb sind es heute gerade auch Künstler, die das Sprichwort "no man is an island" aktuell wieder aufgreifen. Einer der politischsten Künstler der Gegenwart, der Fotograph Wolfgang Tillmans, der in London lebt, war im Vorfeld der Brexit-Entscheidung aktiver Vorreiter einer Bewegung von Künstlern und Intellektuellen, die versuchten, auf die katastrophalen Folgen des Brexit für Europa und den europäischen Gedanken aufmerksam zu machen.

Tillmanns benutzte dafür unter anderem ein Plakat mit der Aufschrift " No Man is an Island No country by itself" ", dass er über seine Webpage millionenfach verbreitete. Im Text des Plakats hiess es:"For 60 years the EU has been the foundation of peace between European neighbors. After centuries of bloodshed" Es ist ein Verdienst Tillmanns, an diese historischen Wahrheiten zu erinnern. Aber Tillmans ist mit seinem politischen Denken nicht allein. Das Thema des wieder aufkommenden Nationalismus, der Abgrenzung und der Abschottung in Europa, der Fremdenfeindlichkeit ,des Rassismus und des zunehmenden Hasses zwischen den Menschen und in den internationalen –leider auch inner-europäischen- Beziehungen beschäftigte vor kurzem auch die Zeitschrift "Politik und Kultur". Unter der Überschrift "Mischt Euch ein !"wurde gefordert, Zitat:  "Kunst und Geist tragen auch immer Verantwortung. Für das, was um sie herum geschieht, damit auch für ihre eigene Existenzbedingung: geistige und kulturelle Freiheit. Eine besondere sogar. Denn wer, wenn nicht Schriftsteller, Maler, Musiker, Schauspieler, Wissenschafter, Theologen und Philosophen sollten der bedrückenden, die Welt und ihr Überleben selbst gefährdenden Realität ein ideelles Gegenbild entgegensetzen, eine Vision von etwas Besserem?"

Die heutige Veranstaltung zeigt, dass es aktive Vereinigungen gibt, die diesem Appell schon lange folgen, die sich schon seit Jahren bemühen, den europäischen Gedanken und der europäischen Integration mit den Mitteln der Künste zu fördern.

So haben Sie, sehr geehrte Vertreter des Vereins Artdialog vor nunmehr 16, eine neue Einrichtung gegründet, die sich vorgenommen hatte, die den europäischen Dialog mit Mitteln der Kultur fördern Sie wollten die Kulturkonvention des Europarats und die Ziele der UNESCO eines "Großen Europas" fördern. Das ist Ihnen mit großem Erfolg gelungen. So fanden in den letzten 15 Jahren immer wieder Ausstellungen statt, die aktuelle europäische Probleme und Fragen zum Ausgangspunkt hatten.

2016 war Syrien das Schwerpunktland, geflüchtete syrische Künstler erhielten die Möglichkeit, ihre Arbeiten auf Augenhöhe im Bonner Institut Francais auszustellen. Die Arbeiten nahmen auf bedrückende und rührende Weise Bezug zu Erschütterungen des Krieges in Syrien und den Umständen der Flucht. 2009 haben Sie Künstler aus Ägypten, Libanon und Polen eingeladen.  2008 waren Rumänien und Slowenien die Herkunftsländer Ihrer ausstellenden Künstler. Dieses Jahr steht ganz im Zeichen des Brexit und der dadurch ausgelösten politischen und ökonomischen Turbulenzen, die noch lange nicht ausgestanden sind und deren Verlauf noch nicht vorhergesagt werden kann.

In dieser Situation braucht Europa eine Rückbesinnung auf das, was uns zusammenhält und zugleich neue Impulse, um die Gemeinschaft mit frischen Ideen, Kraft und Mut zu füllen. Kultur ist dabei mehr als schönes Beiwerk, es ist der Kitt. der das Fundament unserer gemeinsamen Verständigung legt.

Sie haben dieses Jahr internationale Künstler aus England und aus Polen eingeladen. Das begrüße ich sehr, denn angesichts der schwierigen Verhältnisse in beiden europäischen Ländern ist es wichtig, dass hier die Kontakte nicht abbrechen, sondern im Gegenteil verstärkt werden.

Es freut mich außerdem besonders, dass diese Ausstellung im europäischen Jahr des kulturellen Erbes stattfindet. Dieses von der europäischen Kommission ausgerufene Jahr soll an die Bedeutung des kulturellen Erbes also unserer Baudenkmäler, aber auch unserer Literatur, unseren Filmen, unserer Musik, auch unseres Essens und unserer Märchen und Geschichten erinnern. Das europäische Jahr des kulturellen Erbes soll insbesondere die jungen Europäer ermutigen, Europas kulturelle Vielfalt zu erkennen und über den Stellenwert nachzudenken, der dem Kulturerbe zu kommt. So können wir unsere Vergangenheit verstehen und unsere Zukunft zu gestalten.

Sehr geehrte Damen und Herren,

Es wird Sie sicherlich interessieren, was die neue Eurobarometer-Umfrage zu diesem Thema ergeben hat. Dieser Umfrage aus dem Dezember 2017 zufolge sind 8 von 10 Europäerinnen und Europäern der Meinung, dass das Kulturerbe nicht nur für sie selbst, sondern auch für ihre Gemeinschaft,  ihre Region, ihr Land und die Europäische Union als Ganzes Bedeutung hat. Eine große Mehrheit -82 Prozent, ist stolz auf das europäische Kulturerbe.

Ich freue mich nun auf die Ausstellung und bin überzeugt, dass vom heutigen Abend erneut Impulse und Anregungen zur Rolle der Kunst bei der europäischen Integration ausgehen werden.