Jazz-Konzert - Film - Podiumsgespräch

MAKE PEACE NO WALL’ oder ‘Die Jazz-Solidarnosc’


Dokumentarfilm - Podiumsgespräch - Jazz-Konzert mit KATTORNA

im Rahmen des Ausstellungsprojekts ORIENTATION
mit Künstlerinnen aus Ägypten, dem Libanon, Polen und Deutschland

Samstag, 14.11.2009, 19:00 Uhr
Rheinisches Landesmuseum, Colmantstr. 14-16, 53115 Bonn

  • 19:00 Vorführung des Dokumentarfilms über den polnischen Jazzmusiker Komeda: “CZAS KOMEDY – TIME OF KOMEDA” von Robert Kaczmarek und Mariusz Kalinowski, 1994
  • 20:00 Podiumsgespräch mit Tomasz Tłuczkiewicz, Warschau, und Dr. Bert Noglik, Leipzig, über die deutsch-polnischen Jazzbegegnungen der letzten Jahrzehnte
  • 21:00 Jazz: KATTORNA (Polen/Dänemark) mit rzegorz Rogala (tb), Łukasz Pawlik (p), Max Nauta-Simonsen (b), Krzysztof Szmańda (dr) und Dawid Głowczewski (as) 

Veranstalter / Kooperationspartner:
Polnisches Institut Düsseldorf
und Euro Jazz 21’ / Jazz-am-Rhein e.V., Köln

 

Der aus den USA kommende Jazz war für den neu entstehenden Ostblock nach dem 2. Welt-krieg das Sinnbild des schlechten kulturellen Einflusses aus dem Westen. Verbote und keine Arbeitsmöglichkeiten für die Musiker waren die Konsequenz in den ersten Jahren. Doch der mit dieser Musik verbundene Freiheitsdrang ließ nicht locker. Die Musik breitete sich aus, von Ost-berlin über Tallin nach Prag und vor allem nach Polen.

Der 20. Jahrestag des Endes des sog. Ostblocks ist Anlass, einmal mit einem Dokumentarfilm über einen der Exponenten des polnischen Jazz, KRZYSZTOF KOMEDA (1931-1969) zu erin-nern. Neben vielen berühmt gewordenen Jazzprojekten, u.a. mit dem jungen Tomasz Stańko, hat er die Musik zu insgesamt 65 Filmen geschrieben, vor allem die Welterfolge von Roman Polanski.

Der Film führt durch sein Leben und erinnert damit an die weltweit wahrgenommene Kraft des polnischen Jazz.
Im Anschluss daran diskutieren zwei alte Bekannte und Fachleute dieser zwar vergangenen, aber gleichwohl aktuellen kulturpolitischen Musikszene über ihre Erfahrungen und Erlebnisse, Tomasz Tłuczkiewicz und Bert Noglik.

Tomasz Tłuczkiewicz organisierte "Jazz an der Oder" in Breslau fast seit den Anfängen, später war er dort künstlerischer Leiter, Musikkritiker, 9 Jahre Vorsitzender des Polnischen Jazzver-bandes (PSJ, 1980-1989). In diesen Jahren war er Vorsitzender und künstlerischer Leiter von Jazz Jamboree, war künstlerischer Direktor des Musikverlags „Polskie Nagrania“, organisierte das legendäre Konzert von Miles Davis 1983 in Warschau und ist heute Musik-Rundfunk- und Fernsehjournalist.

Bert Nolglik aus Leipzig ist als Autor seit Jahrzehnten einer der kenntnisreichsten Autoren in Sachen Jazz und Improvisierte Musik in Europa. Zu Zeiten der DDR war er ganz wesentlich am Aufbau der Jazzszene gegen alle Widerstände beteiligt. Buchpublikationen, u. a. "Jazzwerkstatt international" und "Klangspuren – Wege improvisierter Musik", zahlreiche Beiträge für Printme-dien, Sammelbände, internationale Symposien etc. Langjähriger künstlerischer Leiter der Leip-ziger Jazztage, des bundesweiten Jazznachwuchsfestivals, der Reihe Musik-Zeit; ab 2009 Ku-rator des Festivals "Sounds No Walls" in Berlin. Arbeitet seit Jahren für MDR Figaro, Deutsch-landfunk, SWR2 und andere ARD-Sender. Mitarbeit in mehreren Jurys, seit  Anfang der neun-ziger Jahre Mitglied in der Jury des Preises der deutschen Schallplattenkritik. Mit der Polni-schen Jazzszene ist er seit den 70er Jahren verbunden, war 1976 bis 1979 der erste deutsche Korrespondent des in Polen herausgegebenen Magazins „Jazz Forum“, die erste und lange Zeit einzige Jazzzeitschrift im Ostblock. Für seine Verdienste um den polnischen Jazz erhielt er 2008 den Polnischen Verdienstorden.

Die junge Band KATTORNA, in Berlin zuhause, hat in vielen Clubs von Polen und Deutschland gespielt, und wurde zu mehreren Festivals in beiden Ländern eingeladen. Im März 2006 ge-wannen sie den Ersten Preis bei dem „Hopes of Warsaw” Jazz Competition, das vom berühm-ten Jazz Club Tygmont organisiert wird. Im Oktober 2006 wurden sie mit der „Ella” – dem Hauptpreis des Publikums an dem 6. Jazz &Blues Awards in Berlin – prämiert in dem Jazz Combo Wettbewerb. Kompositionen von Komeda gehören seit langem zu ihrem Repertoire.

Eine gemeinsame Veranstaltung des Euro Jazz 21´und des Polnischen Instituts Düsseldorf.
In Zusammenarbeit mit der Initiative Musik GmbH Berlin, der Kunststiftung NRW, dem Land-schaftsverband Rheinland und dem Kulturamt Bonn.

Mit freundlicher Genehmigung des Polnischen Instituts auch Teil des Rahmenprogramms zum Ausstellungsprojekt ORIENTATION