Künstler*innen

Künstler*nnen der Ausstellung

Künstler*innen aus Deutschland

1. Cornelia Genschow www.grasblau.de

 Cornelia Genschow widmet sich in ihrem künstlerischen Werk gänzlich der faszinierenden Pflanzenfamilie der Gräser. Sowohl die kulturanthropologische Bedeutung der Gräser als auch ihre ästhetische Dimension in der Masse oder in der Vielfalt an individuell ausgeprägter Schönheit bieten ihr dabei Spielraum für malerische, grafische und audiovisuelle Konzepte. Es entstehen serielle Malereien, welche in ihrer ästhetischen Dimension Geste und Struktur ausloten und die Farbe Grün an ihre emotionalen Ränder treiben. Botanische Untersuchungen werfen ein Licht auf die innerhalb der Pflanzenfamilie auftretende Artenvielfalt, Rechercheprojekte vor Ort kulminieren in feinen Graffiti-Wandarbeiten im öffentlichen Raum oder in musealen Zusammenhängen. Kohle-  und Buntstiftzeichnungen begleiten diese Herangehensweise. In einem weiteren aktuellen Ansatz entstehen kurze poetische Videosequenzen, die Fragen an die Atmosphäre im Innen- und Außenraum stellen. Dieser facettenreiche künstlerische Ertrag spiegelt am Beispiel der Graspflanze die unschätzbar kostbare Mannigfaltigkeit der uns umgebenden Natur und das Verhältnis des Menschen zu dieser wieder. Gleichzeitig huldigt er einer Spezies, welche vermeintlich unscheinbar und sogleich allumfassend unseren Globus besiedelt.

2. Petra Siering petrasiering.de

Als bevorzugte Materialien für ihre bildhauerischen Arbeiten wählt Petra Siering Marmor und Gussbeton - Natur gewachsenen und aus natürlichen Stoffen synthetisierten  Stein. In seiner Wiedererkennbarkeit als Naturprodukt einerseits  und als technisch hervorgebrachtes Erzeugnis andererseits wird der Stein als gegensätzliches Material zum Ausgangspunkt für die Entwicklung ihrer plastischen Arbeiten. Ihre Skulpturen aus lebendigen Marmorblöcken mit individuellen Oberflächenstrukturen und aus abweisend und einförmig wirkenden, gegossenen Betonsteinen sind dreidimensionale Erfindungen, in denen sich das scheinbar Gegensätzliche zu einem ausbalancierten und ausgewogenen, innovativen Ganzen verbindet. Sie sind künstlerische Neuschöpfungen, die unser Verhältnis zur uns umgebenden Natur und den Errungenschaften unserer Zivilisation beleuchten und die Möglichkeit der Verbindung von Beidem in einem harmonischen Ganzen aufzeigen können.

3. Andreas Walther www.andreaswalther.de

Im Mittelpunkt des künstlerischen Schaffens von Andreas Walther steht die Landschaftsfotografie, die insbesondere durch seine langen Aufenthalte in Taiwan und die intensive Beschäftigung mit der ostasiatischen Auffassung von Kunst nachhaltige Impulse empfangen hat. So ist ein poetisch-fotografisches Werk von atmosphärischer Intensität entstanden, das durch die Hinwendung zur Abstraktion noch eindrücklicher geworden ist. Unverzichtbar ist für ihn auch das aufwendige digitale Druckverfahren mit Pigmenttinte, welches es ihm ermöglicht, feinste Farbschattierungen zu erzeugen und die Wirkung seiner meditativen Naturansichten noch weiter zu steigern. Sowohl sein Blick auf die Natur als auch die raffinierte Fertigung bis zum Exponat hebt seine Arbeiten weit über die gängige Landschafts- und Naturfotografie hinaus.Reisestipendium, Staatskanzlei NRW

4. Ute Wöllmann www.utewoellmann.de

 Kräftiger Pinselstrich, pastoser Farbauftrag und gestische Pinselführung charakterisieren die Bilder von Ute Wöllmann, kräftig und widerstandsfähig wie die Natur selbst, der sie mit ihrer Malerei Ausdruck verleiht. Seit ihrer frühen Jungend ist sie von der heimischen Flora fasziniert, fühlt sie sich mit der Welt der Pflanzen verbunden. So wurden Pflanzen aus der freien Natur das bestimmende Thema ihrer künstlerischen Praxis. Für die Einzigartigkeit unserer Pflanzenwelt findet sie ein anscheinend unerschöpfliches Repertoire an Ausdrucksmöglichkeiten, bringt sie in einer abstrakten Formensprache immer wieder neue Form- und Farbfindungen auf die Leinwand. Bei längerer Betrachtung entdeckt man, dass hinter ihren Gemälden auch Seelenbilder stehen.

 

Künstler*innen aus Österreich

1. Marianne Lang www.mariannelang.at

 Ausgangspunkt der Arbeiten von Marianne Lang ist die Beobachtung der Natur in ihren stillen, unscheinbaren Nischen. In der Serie ‚Baumfrevel‘ zeichnet sie feinste Blattstrukturen und schmückt Schadstellen wie Fraßspuren von Raupen mit diffizilen Holzeinlegearbeiten aus. Sie legt die zufällige Gestaltung der Natur als geplante Komposition aus und veredelt sie mit Intarsien. Die Reihe der ‚Mauerblümchen‘ hingegen imitiert mittels einer verblüffenden sowohl haptischen als auch malerischen Dreidimensionalität in der Papieroberfläche den subtilen Wildwuchs robuster Pflanzenarten in unverputztem Mauerwerk.

2. Katharina Anna Loidl www.lllk.at

Katharina Anna Loidl hat für ihr Projekt ‚Landschaftsradierungen‘ Stahlstiche von Schweizer Alpenlandschaften aus den 1830er-Jahren zusammengetragen. Diese Drucke bearbeitete sie dann mit Gravur-Nadel und Stichel. Durch vorsichtiges Entfernen der Drucktinte löscht sie einzelne Bereiche der Landschaften vom Papier und ersetzt sie durch geometrische (Fremd-) Körper. Die Einfachheit dieser Formen sowie das Weglassen jeglicher architektonischer Details ermöglichen es dem Betrachter sich industrielle Strukturen, Wohngebäude oder Sportanlagen als Ergänzungen oder aber Störfaktoren in der idyllischen Landschaft vorzustellen. Loidl verweist so auf aktuelle Diskurse zur Be- und Verbauung des Alpenraums sowie den Konflikt zwischen Nutzung und Erhaltung von Landschaften in einer globalisierten Welt.

3. Klaus Wanker www.klauswanker.com

 Die Arbeiten von Klaus Wanker bestechen durch eine außergewöhnliche Tiefenstruktur in der Malerei und gleichsam oszillierenden Bildvisionen. Ausgehend von tatsächlich in der Natur Vorgefundenem oder Beobachtetem entwickelt er ein fulminates Bildprogramm aus schwebenden Farbräumen und fragmentarischen technoiden Systemen. Schläuche verbinden sich mit organischen und vegetabilen Formen zu neuen Mutationen. Kaum erkennbare Ebenen liegen unter farbintensiven Schichtungen, lasierende Farben werden durch partiell deckende untergraben, ausgelöscht. Horizontale Überformate versetzen die Betrachter in surreale und zugleich aktuelle Scheinwelten.

 

Künstler*innen aus der Schweiz

1. Peter Aerschmann www.aerschmann.ch

Peter Aerschmann arbeitet seit 1999 als Künstler im Bereich von Video- und interaktiven Computer Installationen. 2013 hat er eine interaktive Video-Installation erstellt, die er „Simulation einer Wiese“ betitelt. Diese mit zeitgenössischer Technik ausgeführte Arbeit, erinnert unmittelbar an das detailreiche „Große Rasenstück“, ein Aquarell von Albrecht Dürer. Hier wie dort erkennt der Betrachter einheimische Wildpflanzen. Hier wie dort hat er den Eindruck dem Abbild einer heilen Natur unmittelbar gegenüberzustehen. Beide Werke mag er als „schön“ anzusehen. Doch der Schein trügt. Während Dürers „Rasenstück“ fest in der Erde verwurzelt ist, schweben die Pflanzen in Aerschmanns Pflanzenkomposition aus Löwenzahn und Laubbaumblättern entwurzelt und wie schwerelos im freien, unbestimmten Raum, in einer digitalen Wirklichkeit, als schöner Schein.

2. Mirko Baselgia www.baselgia.com

 Mirko Baselgia liebt es in seinen malerischen und skulpturalen Arbeiten mit Vorstellungen des Paradieses zu spielen und trifft damit den Nerv unserer Zeit. Beispielhaft möchte er seine Serie von elf unterschiedlich großen Schildkrötenpanzern, sorgfältig gefertigt aus verschiedenen edlen afrikanischen Hölzern, als Symbol für das Schicksal unzähliger Menschen vom afrikanischen Kontinent verstanden wissen, die das Mittelmeer in der Hoffnung überqueren, jenseits des Meeres eine besserer Zukunft, einen Zipfel des Paradieses zu finden. Doch nur zu oft scheitern sie jämmerlich. Bei Baselgia wird somit die Schildkröte zum Sinnbild des Scheiterns. Gleichzeitig verweisen seine Schildkrötenpanzer aber auch auf neuere archäologische Funde in der Schweiz, die Zeugnis davon geben, dass Europa einstmals eine von warmem Wasser umgebene, vielleicht paradiesische, Insel war.

3. Thomas Kneubühler www.Thomaskneubuhler.com

 Thomas Kneubühlers Werk lässt sich als eine künstlerisch-dokumentarische Auseinandersetzung mit der Industrialisierung und Globalisierung sowie der Inbesitznahme von Landschaft beschreiben. Sein Werk „Land Claim“, eine Video-Arbeit kombiniert mit einer Anzahl von C-Prints gibt ein Beispiel. Im Zentrum steht eine einsame, unberührte Landschaft am Rande des Polarkreises. Ein Hubschrauber kreist über ihr und eine nicht sichtbare Person berichtet per Telefon über die Möglichkeiten diese einsame, unberührte Gegend der Welt der ökonomischen Verwertung zu überführen, das heißt im globalen Wettbewerb um die Erschließung neuer Bodenschätze das Feld der Konkurrenten hinter sich zu lassen. So wird Landschaft zu einem ökonomischen Faktor degradiert, ihre spezifische, in tausenden von Jahren entstandene Einzigartigkeit zerstört. Kneubühler verweist mit künstlerischen Mitteln auf einen zerstörerischen Prozess, der sich täglich im globalen Kontext ereignet.